„Ich hab mir dein Profil angeschaut und finde spannend, was du machst.“
Diese Nachricht ist so beliebt wie Fußpilz. Ich hab rausgefunden, was stattdessen funktioniert.
Du weißt, dass du Leute anschreiben müsstest
Schließlich willst du an neue Aufträge kommen. Aber du machst es nicht. Weil du nicht so sein willst wie die, die dich jeden Tag nerven.
Psychologen nennen das den Kontaminations-Effekt: Du hast schon so viele schlechte Nachrichten gesehen, dass dein Gehirn jetzt glaubt, jede Direktnachricht sei automatisch aufdringlich. Dabei stimmt das überhaupt nicht.
Sie sind nicht genervt von Nachrichten – sondern von schlechten
Du kennst sie:
- „Ich helfe Unternehmen wie deinem, ihre Prozesse zu optimieren.“
- „Hast du 15 Minuten für einen kurzen Austausch?“
- „Ich hab mir dein Profil angeschaut und finde spannend, was du machst.“
Ja, du und 47 andere heute.
Diese Nachrichten haben alle dasselbe Problem: Das Gehirn erkennt in Millisekunden, dass da jemand etwas will. Und macht zu.
Die üblichen Ratschläge bringen dich nicht weiter
Bedeutungsschwangere Ratschläge bekommst du an jeder Straßenecke kostenlos hinterhergeworfen: „Schreib individuell.“ „Geh auf das Profil ein.“ „Nimm Bezug auf einen Beitrag.“
Klingt so logisch. Und so einfach. Bringt dich aber nicht weiter – weil diese Ratschläge das Was erklären. Aber nicht das Wie.
Was heißt „individuell“? Wie genau gehe ich auf jemanden ein? Und was schreibe ich danach, ohne wie ein Verkäufer zu klingen?
Die meisten wissen, dass sie etwas anders machen müssten. Sie wissen nur nicht, wie sie es anstellen sollen.
Warum ist das so schwer?
Es liegt nicht an fehlendem Wissen. Es liegt an der Art, wie die meisten an Outreach rangehen.
Auf der Sender-Seite: Die meisten denken vom Ergebnis her. Termin bekommen. Abschluss machen. Umsatz generieren. Das Problem: Wer so denkt, führt kein Gespräch. Er verhandelt. Und Verhandlungen fühlen sich anders an als Gespräche. Der andere merkt das – auch wenn er es nicht benennen kann.
Dazu kommt: Wer schon weiß, was er will, stellt keine ehrlich gemeinten Fragen. Er stellt Fragen, die zum Ziel führen sollen. Das spürt man. Und wer keine ehrlich gemeinten Fragen stellt, bekommt auch keine ehrlichen Antworten. Sondern Höflichkeitsfloskeln. Oder wird geghostet.
Auf der Empfänger-Seite: Das Gehirn ist darauf trainiert, Muster zu erkennen. Verkaufsmuster bemerken wir besonders schnell. Bevor der bewusste Verstand überhaupt einschaltet, hat das Unterbewusstsein schon entschieden: Das ist einer von denen.
Dazu kommt Reaktanz – ein psychologischer Reflex. Wenn jemand das Gefühl hat, in eine Richtung gedrückt zu werden, entsteht automatisch Widerstand. Selbst wenn das Angebot eigentlich gut wäre. Und er es eigentlich bräuchte.
Und dann ist da noch das Vertrauensdefizit. Eine Nachricht von einem Fremden startet bei null. Wer in der ersten Nachricht schon etwas will, rutscht sofort ins Minus.
Soweit das Problem. Jetzt zur Lösung.
Ich hab drei Monate nichts anderes gemacht, als genau das zu testen. Jeden Tag. Jede freie Stunde. Nachricht für Nachricht. Ohne Schwurbeleien. Ohne Bots. Ohne an einer Schablone zu kleben.
Mit einem Ansatz, bei dem der andere gar nicht merkt, dass ich etwas von ihm will – weil ich in dem Moment auch nichts will.
Wie sich das anfühlt, wenn es funktioniert
Du schreibst jemanden an – ohne Druck, ohne Skript. Du stellst eine Frage, die dich wirklich interessiert. Der andere antwortet. Mit einer langen Nachricht. Er öffnet sich. Erzählt von seinem Business, seinen Herausforderungen. Du hörst zu. Fragst nach. Das Gespräch entwickelt sich.
Und irgendwann – ohne dass du es forciert hast – wird ein Termin der logische nächste Schritt. Nicht weil du ihn vorgeschlagen hast. Sondern weil der andere ihn will.
Einige meiner Gesprächspartner haben mich nach einem Termin gefragt, bevor ich das Wort überhaupt in den Mund genommen habe.
Bis zu drei neue Erstgespräche habe ich so an einem einzigen Tag vereinbart.
Das ist der Unterschied
Termine zu jagen ist needy. Gespräche zu führen, aus denen sich Termine ergeben, macht Spaß – und bringt Aufträge.
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